Von Freitag bis Sonntag (10. -
12.02.2006) - also mit zwei Übernachtungen - fuhren wir mit 17 Wanderern
(Seb musste leider mit Fieber im Bett bleiben) in die Vulkan-Eifel.
Inspiriert wurden wir durch den bekannten Wanderbericht von Manuel Andrack
über den "Schönsten Wanderweg der Welt"! Die Tourismusvereine der Eifel hatten
uns vorher per Post mit den offiziellen Wanderkarten 20 und 24 des Eifelvereins
ausgestattet.
| Das Eifel-Team |
Am Freitag ging es morgens um 07:09 Uhr
mit der Bahn von Essen Hbf nach Gerolstein (Ankunft 10:06). Nach leckrem
Frühstück im Zug wanderten wir an diesem Tag 24 km über den Vulkanweg bis nach Daun. Schwierig
war gleich der Beginn: Der Vulkanweg soll gleich am Bahnhof Gerolstein
vorbei laufen. Auf der Karte ist die Stadt jedoch nur angeschnitten und der
eingezeichnete Bahnhof gehört zum Nachbarort Pelm. Also Vorsicht beim
nachwandern!
Das Problem hatten wir recht
schnell durchschaut und schon kurze Zeit später erreichten wir per Wanderweg 3
mit einem kurzen Abstecher über den Dasberg (437 m) Pelm und damit
unseren Vulkanweg. Durch eine malerische Schneelandschaft zogen wir nun Richtung
Osten über die Orte Berlingen und Himerweiler. Weiter dem Vulkanweg folgend
verließen wir dann die Zivilisation und kraxelten auf den, im Naturschutzgebiet
gelegenen, Marunsmand (699 m). Die Wanderhütte im Blockhausstil bot
gemütlichen Platz für unsere Mittagspause.
| Der Vulkanweg |
Das Ziel schon vor Augen (und den recht
frischen Wind im Nacken) zogen wir weiter durch den winterlichen Wald entlang
des Sitzenbaches und erreichten gegen 17:00 Uhr unser Ziel Daun
(Für GPS-Freaks: N 50
12.000; E 006 49,600). Die
Jugendherberge lag nun jedoch noch am anderen Ende des Ortes, so dass aus den
geplanten 22 letzten Endes 24 km wurden. In der Herberge Daun erwarteten uns
sehr luxuriöse Zimmer und ein verdammt leckeres Abendessen mit Salat-Buffet (!).
Nach dem ein oder anderen Bier und einem gnadenlosen Kicker-Match fielen wir
alle geschafft aber zufrieden ins Bett.
Nun begann die "eigentliche" Tour:
In den nächsten beiden Tagen erwandern wir den schönsten Teil des berühmten Lieserpfades. Gegen 10:00 Uhr starteten wir
in Daun mit einem Abstecher zu den Maaren (wenn man schon in der Vulkan-Eifel
ist...). Wir folgten dem V13 zu dem Gemündener Maar und stellten uns
danach dem Mäuse-Berg. Der liebliche Name trügt: In kürzester Zeit ging
es fast 180 Höhenmeter nach oben! Dafür erwartete uns auf dem Gipfel ein
unvergesslicher Ausblick vom Dronketurm über die Eifel und ihre Maare.
Nach ausgiebiger Schneeschlacht wanderten wir, nach einem Abstecher zum
Weinfelder Maar, zum eigentlichen Beginn des Lieserpfades. Gegen 12:00
brachen wir zur ersten Etappe oberhalb der Lieser auf.
| Der Dronketurm |
Die ersten fünf km nervte die parallel
verlaufende Straße zwar etwas - umso mehr konnten wir ab Höhe Üdersdorf die
urigen Pfade in der Natur genießen. Weit und breit war kein Auto mehr zu sehen,
zu hören & zu riechen. Unsere Mittagspause verbrachten wir in einer
Schutzhütte und genossen Katadyn-gefiltertes Wasser mit frisch gekochter
Chinasuppe! Die Temperatur war schon etwas wärmer als am Vortag und je nach
Hanglage bzw. Sonneneinstrahlung wechselten schneebedeckte mit moßig-grünen
Wegstücken. Die Krönung stellte gegen 17:00 schließlich nach der letzten Kurve
der Ausblick auf die beiden Burgen Manderscheids dar (N 50 6.000 E 006 49.000), Tageskilometer: 19.
Schon 15 min später duschten wir in
unseren Badezimmern in der Jugendherberge Manderscheid. Hierzu ein kurzes Lob:
In dieser Herberge haben wir uns wirklich außerordentlich wohl gefühlt! Von der
ungarischen (manchmal gibt es Zufälle!) Empfangsdame, über den Koch bis hin zum
Zivi, der uns mit gekühlten Drinks versorgte war alles wirklich perfekt. Sogar
das angefragte Klavier wurde für uns in den Aufenthaltsraum gebracht und Tobi
begleitete den Abend mit bester Barpianomusik... und einige Jägermeister später
einfach mit allem was das "Ding" so hergab. Wir verbachten einen super
Abend!
| Blutblasen im Schnee |
Am Sonntag ging es nach dem
Frühstück gleich morgens um kurz vor 9:00 Uhr auf das letzte, schönste aber auch
längste Stück des Lieserpfades bis nach Wittich. Leider musste uns Inka
hier verlassen. Die Knochen der restlichen Gruppe waren langsam schon ganz schön
ramponiert. Trotzdem zogen wir los... und wurden dafür belohnt! Die Eindrücke
auf diesem Teil des Lieserpfades ändern sich wirklich jede halbe Stunde. Man
läuft entlang der Lieser durch traumhafte Naturgebiete, ohne dabei durch nur
eine Siedlung zu kommen. Gleich zu Beginn schlauchen einen die drei Anstiege
(als erstes auf den Bailseit, dann direkt nach der Karl-Kaufmann Brücke und
zuletzt auf Höhe des Ortes "Karl") zwar schon ziemlich, dafür hatten wir die
dann an unserem letzten Tag aber auch hinter uns!
| Der Lieserpfad |
Die Gegend entwickelte danach teilweise
Urwaldcharakter und nahm uns völlig in ihren Bann. In regelmäßigen Abständen
finden sich außerdem Wanderhütten zum pausieren - wirklich perfekt! Das einzige
Manko stellen die Km-Angaben entlang des Weges dar - die waren teilweise 4 km zu
hoch gewählt. Lasst Euch also gegen Mittag nicht von "Noch 14,5 km bis Wittlich"
entmutigen. Die Gesamtstrecke beträgt bis Wittlich 23 km. M. Andrack beendet
seine Tour 5 km vorher mit einem Essen in der "Pleiner Mühle" und nimmt das Taxi
- wir jedoch mussten ja noch zur Bahn...
Da der Bahnhof Wittlich 5 km hinter dem Ort liegt, erliefen wir an diesem Tag unglaubliche 28,3 km! Nach einen kleinen Snack in Wittlich kämpften sich auch Sven und Markus mit geschwollenen Füßen in Blutblase-Manier erfolgreich bis zur Bahn. Unser Tip: Die Kneipe im Bahnhof ist grandios, wie ein Puppenwohnzimmer mit alten Holzmöbeln und schweren Teppichen eingerichtet - anschauen und Bierchen trinken lohnt sich!
| Blutblasen in Wittlich |
Um 18:36 fuhren wir dann ganz luxuriös per RB und EC mit Platzreservierung wieder nach Hause - müde, geschafft aber irgendwie unglaublich glücklich über mehr als 70 km in der Eifel!

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