Was macht man an einem Feiertag, wenn man tags zuvor eine mehr oder minder
anstrengende Party hinter sich gebracht hat? - Als Mitglied der Blutblase-Crew
natürlich wandern! Eine kurze Wandertour durch das Hespertal im Norden Velberts
sollte die Batterien aufladen.
Tipp: Wenn ihr mit
der Maus über die Fotos fahrt, gibt's Infos zum Bild!
Marie und ich hatten in letzter Zeit sowieso vor dem grauen
Stadt-Einerlei zu entkommen, um sich ein wenig im Grünen zu vergnügen. Zur
Vorbereitung besorgte ich die Wanderkarte 15 des Landesvermessungsamtes NRW,
welche in 1:25.000 die Gegend um Velbert, den Baldeneysee und die Elfringhauser
Schweiz zeigt. Eine Internetrecherche förderte einen gut ausgearbeiteten
Bericht über einen Wanderweg
im Hespertal im Norden Velberts zu tage. Die Länge des Rundwanderweges A2
lud mit 7,2 km zu einer kurzen Nachmittags-Tour ein und war fortan unser
Ziel.
Am
Abend zuvor feierten wir gemeinsam mit vielen anderen Blutblasen und weiteren Gästen
Markus' Geburtstagsparty in Oberhausen, und mussten danach natürlich erst
einmal zwei Dinge tun: Ausschlafen und Auftanken. So gab es am Tag der deutschen
Einheit ein stärkendes Rührei eher zum Mittag als zum Frühstück. Dieses
schnell verputzt und es sollte losgehen.
Die Wettervorhersage sprach wie erwartet von Dauerregen den
ganzen Tag über. Unsere Regenausrüstung ist aber mittlerweile komplett und der
Blick zum Himmel zeigte weder Regen, noch einen Anblick, der in nächster Zeit
Regen ankündigen sollte. Also Brötchen geschmiert, Rucksack gepackt und 'rein
ins Auto. Die B224 und ein paar kleinere Straßen führten in ca. 20 min. zu
unserem Startpunkt mitten in Velbert-Langenhorst. Wir parkten in einer
Ein-Familienhaussiedlung und begannen unsere Wanderung über der Rundwanderweg
A2 indem wir uns durch einen schmalen Pfad in den "dunklen Wald"
hineinbegaben.
Im
ersten Abschnitt ist der Weg zugleich ein Waldlehrpfad und die Bäume am Rand
sind namentlich bestimmt und einzelne Informationstafeln informieren über Fauna
und Flora des regionalen Waldes. Der Wanderweg selbst ist Vertreter der
typischen Waldwege im Naherholungsgebiet: mal so breit dass zwei oder mal vier
Personen nebeneinander laufen können, der Boden selbst bestehend aus Split oder
weicherem, festgetretenem Waldboden. Ein entspanntes Laufen war also möglich
und wir kamen schnell voran. Im östlichsten Anteil berührt der Wanderweg die
A44, deren Hintergrundgeräusch uns für die nächsten Kilometer leider auch
noch ein wenig begleitete, später aber gottseidank nicht mehr zu vernehmen
war.
Es
ging weiter nordwärts und bergab und wir kamen an einen kleinen Weiher an der
Bernsmühle. Idyllisch lagen auch noch weitere kleine Teiche am Wanderweg, aus
denen bisweilen auch kleinere Bäche plätschernd dem A2 für ein Stückchen
folgten. Nun sollte es noch weiter nach Osten gehen und dafür mussten wir eine
größere Landstrasse überqueren und auch für eine kurze Zeit ihrem Verlauf
folgen. Es kam der wohl steilste Teil der Strecke, ein Anstieg durch den Wald
auf den Rodberg. Oben angekommen standen wir erst einmal plötzlich vor einem
grauen Betonbau (wohl ein alter Schießstand). Der Blick zur anderen Seite des
Waldes hin zeigte aber umso schöner grüne Felder und Bäume. Ein in der Ferne
auf dem westlich gegenüberliegenden Hang erspähtes Pferd imj Galopp entpuppte
sich dabei als Golfer mit Caddy auf dem dortigen Golfplatz. Der Rundweg A2
verließ den Wald und führte über eine asphaltierte Strasse (Lüdscheidstrasse)
zwischen Feldern zum nördlichsten Teil der Tour. Auf dieser Strasse ist nicht
viel Verkehr, aber die schnell fahrenden Autofahrer erkennen Wanderer an
mehreren Kuppen erst recht spät, also Obacht und schön links laufen!
Im nördlichen Verlauf muss man acht geben, dass man den richtigen Punkt zum
Linksabbiegen trifft. Hier weist ein auf ein Wasserhäuschen aufgepinseltes
"A2" den weiteren Weg über einen schmalen Trampelpfad nach unten ins
Tal. An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass der gesamte Rundweg und
auch die anderen Wege dort vorbildlich ausgewiesen sind. Die Markierungen sind
allseits gut erkennbar (wohl auch noch recht frisch) und waren nirgends
missverständlich. Der Weg entschädigte nun für den vorherigen Verlauf an der
Strasse: ein schmaler Pfad führte recht steil durch den Wald in dem hier viele,
recht ungewöhnliche, blauviolette Pilze wuchsen.
Die
breite Hespertal-Straße wurde wieder überquert und abenteuerlich ging es am
Hesperbach entlang Richtung Süden. Recht hoch gewachsene Brennnesseln
(siehe auch den Brennnesselbericht in Virágs
Pflanzenkunde) machten hier lange Hosen erforderlich, oder man gab
sich der durchblutungsfördernden Wirkung hin. Weiter ging es nun bergauf um aus
dem Hespertal wieder auf die Ausgangshöhe von 220 m zu gelangen. Man
passierte den schon gesehenen Golfplatz und ging weiter durch den Wald. An einem
weiteren Tümpel wollten wir Rast machen und noch unsere mitgebrachten Brötchen
verzehren. Leider begann es dann doch zu regnen und wir legten den letzten
Kilometer in unseren Regenjacken zurück. Nach gut zwei Stunden schlüpften wir
schnell ins trockene Auto und fuhren zurück gen Heimat.
Fazit:
Die Tour hat viel Spaß gemacht in abwechslungsreichem Terrain. Die gute
Ausschilderung macht eine Wanderkarte nicht erforderlich und die kurze Strecke
ist ideal für eine kurzentschlossene Wanderung am Nachmittag ( oder Vormittag,
wenn man da Zeit hat und wach ist).
Viel Spaß beim Nachwandern wünschen
Tobi & Marie
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