Mittwoch, 14. Dezember 2011

Equipment-Tests - Die Katadyn-Wasseraufbereitung

 



Wasser marsch...
Der einzigartige Blutblasen-Katadyn-Testbericht
von Kai S.


Im heutigen Zeitalter des High-Tech Trekking haben wir erfahrenen Hobby-Abenteurer uns zu wahren Grammjägern entwickelt. Moderne Synthetik und Verbundwerkstoffe haben die Kilos an Körper und Rucksack gnadenlos purzeln lassen. Auch in der Nahrungsmitteltechnologie hat sich dem Outdoorer ein neuer kulinarischer Markt entwickelt. Dehydrierte ultraleichte Nahrung ist hier das Zauberwort. Allen Vorteilen zum Trotz ist dem Hobbyabenteurer ein Manko geblieben: Das Wasser. Als Grundstoff des Lebens ist es unersetzlich.

Katadyn im Praxistest
Auf mehrtägigen Erkundungstouren fernab von jeglichem Supermarkt ist es daher unvermeidlich, literweise (uns somit kiloweise) Trinkwasser mit sich zu führen. Um dieser Mehrbelastung zu entgehen, kann man auf örtliche Brunnen und Quellen der Umgebung zurückgreifen, mit der Selbstverständlichkeit, dieses Süßwasser auch in bedenkenloses Trinkwasser zu wandeln. Jeder kennt mindestens eine Form, Frischwasser zu entkeimen und somit genießbar zu machen: Das Abkochen gehört dabei zur verbreiteten Form. Ein mehrminütiges Sieden tötet erfahrungsgemäß sämtliche Keime im Wasser. Allerdings ist diese Form der Trinkwassergewinnung zeitraubend und äußerst ressourcenintensiv für den mitgeführten Campingkocher. Eine weitere bekannte Art der Entkeimung ist das Chloren des Wassers. Hierfür gibt es spezielle Chlortabletten, welche dem Wasser zugefügt werden. Nachteilige ist hier allerdings der negative Beigeschmack, der sich dem Wasser zumischt. 

Diese beiden benannten Verfahren haben zudem den Nachteil, dass keine Filtration der Trüb- und Schwebeteilchen im Wasser möglich ist. Was der professionelle Freizeitabenteurer also braucht ist ein Wasserfilter, welcher sämtliche Bakterien und Schwebstoffe dem Wasser entziehen kann. Und genau hier kommt der Katadyn Combi zum Einsatz.

Durch mechanische Filterung mittels einer Keramik werden Schwebstoffe und Krankheitserreger aus dem Wasser „gesiebt“. Die Poren in der Keramik sind dabei so klein, dass für Bakterien dort kein Durchkommen ist. Eingelagertes Silber in der Keramik verhindert dabei zusätzlich ein langsames durchwachsen der Erreger. Eine vorgelagerte Aktivkohlekartusche reduziert Chemikalien, Verfärbungen und schlechten Geschmack im Wasser.
Die Wartung der Komponenten ist ganz einfach und für den Einsatz „im Feld“ konzipiert: Die Keramik ist mit einem bedienungsfreundlichen Bajonettverschluss arretiert und kann mit klaren Wasser und einem abrasiven Schwamm einfach gereinigt werden. Die Abrasion bei der Reinigung reduziert dabei zwangsläufig die Wandstärke der Keramik. Eine integrierte Messlehre gibt Auskunft, wenn die abgetragene Keramik ausgetauscht werden muss. Die Aktivkohle (ein feines schwarzes Granulat) muss regelmäßig (nach max. 200 Litern) erneuert werden. Hierfür gibt es von Katadyn portionierte, verweißte Kohlepäckchen.

Frischwasser in der Sierra Nevada
Das Prinzip des Wasserfilters entspricht dem einer Kolbenpumpe. Durch eine translatorische Pumpbewegung wird an der Saugseite das Wasser durch einen Schlauch in die Pumpe gesogen. Der Schlauch besteht aus dickwandigem weichem und somit knicksicherem Kunststoff. Dem Schlauch geht ein vorgeschalteter Grobfilter voraus, um groben Schmutz (z.B. Sand) noch vor der Pumpe abzufangen. Ein zusätzlicher Schwimmer am Schlauchende verhindert ein versehendliches Abpumpen von bodennahem (und somit sedimentreichem) Flusswasser.
Der Boden des Katadyn Combi bildet gleichzeitig den Druckstutzen der Wasserpumpe. Die räumliche Trennung von Saug und Druckstutzen garantiert eine sicherer Betriebsweise ohne die Gefahr der Kontamination des gereinigten Wassers. Durch das integrierte Gewinde im Boden lassen sich problemlos PET-Flaschen unter die Pumpe schrauben. Ein mitgelieferter Adapter ermöglicht zudem das Anschrauben der meisten handelsüblichen Aluminiumflaschen.

Dank seiner robusten und kompakten Konstruktion findet der Katadyn Combi problemlos im Rücksack platz, ohne das Risiko, dass abstehende Kleinteile oder Henkel vom Gehäuse abbrechen können. Mit seinem Gesamtgewicht von ca. 800 Gramm (inkl. Zubehör) wiegt der Wasserfilter weniger als ein Liter Wasser. Besonders bei mehrtägigen Touren in ferne Regionen ist der Einsatz dieses Outdoor-Equipment besonders vorteilhaft, was den Wanderfreund allerdings nicht davon abhalten soll, es ständig mit sich zu führen.
Eine weitere Möglichkeit den desolaten Wasserhaushalt nach der Tagesetappe abends wieder aufzufüllen stellt natürlich auch das feine, landesübliche Bier in der Dorfkneipe dar...


Egal ob Wasser oder Bier - wir sagen PROST!

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