Mittwoch, 14. Dezember 2011

Equipment-Test - die O.C.K. Trekkinghose

Die perfekte Hose für jeden Tour?



Tote Hose?
Von Moskitohosen und Shoppingmädels... 
 von Heiko L.


Meine Hose! Lange habe ich gesucht nach dem perfekten Stück... 

Internetrecherche, Beratung in unzähligen Outdoor-Läden (= typische Freizeitbeschäftigung des Blutbläsers als solchen) - alles, was einem so normalerweise als Trekking-Hose verkauft wird sieht zwar nett aus, nur das Material hat mich nie so recht überzeugt. "Die ist doch nicht wildnisfest!" 

Aber was muss eine Hose denn überhaupt können, um dem strengen Blutblase-Qualitätsmaßstab zu entsprechen?
  1. Zuerst wollte ich eine Hose zum abzippen - wenn´s tagsüber warm ist, mach ich die Beine ab - abends am Lagerfeuer wieder dran. Der Vorteil: Ich brauche nur eine Hose mitzunehmen - also ich muffle etwas mehr, trage aber weniger!
  2. Ich wollte (ausnahmsweise) mal kein "Ultralight-Deluxe"-Material, sondern was Stabiles, das beim Klettern nicht gleich vom ersten Ast zerrissen wird und das sowohl bei Sommertouren als auch im feuchten Herbst komfortabel ist. 
  3. Zwei Beintaschen müssen dran sein. Extra Handy-, Palm- oder Hasse-nicht-gesehen-Spezialtaschen brauch´ ich nicht.
  4. Die Farbe muss dunkel (= immer "sauber") sein - ich kann immer noch nicht verstehen, wie mir der nette Jack Wolfskin Verkäufer eine fast weiße (!) Hose für die Tour verkaufen wollte.  
  5. Tja und dann muss das gute Stück natürlich noch ins leicht angeschlagene Blutblase-Studenten-Budget passen...

    Wildnisfest?








    Im Anflug frenetischem Enthusiasmusses habe ich mich zuerst zu einer Tchibo-Hose hinreißen lassen. Auf den ersten Blick entsprach sie allen Kriterien und das für 19,99 € (incl. Handytasche!) Nachdem beim ersten Tragen jedoch der Knopf ab war und beim Umtauschmodell zwei Tage später die Naht an recht unangenehmer Stelle gerissen war, musste ich mich jedoch geschlagen geben - entweder bin ich zu dick oder die Hose zu schlecht, jedenfalls passten wir nicht zueinander.  

    Nach zwei schlauchenden Stunden Essener-Shoppingschlacht, war mir der E4 (siehe Sierra Nevada!) wirklich 1000mal lieber als der nächste Laden - Respekt vor diesen ständig lachenden Shopping Mädels - die sind ja absolut nicht kaputt zu kriegen! Jedenfalls fand` ich dann doch mein persönliches Top-Modell: Die gewachste Fjällräven G-1000 mit verstärkten Knien und "moskitostichsicher". Einziges Problem: In meiner Größe war sie in ganz Essen ausverkauft (und nebenbei wäre sie mit 120 € weit aus meinem Budget gefallen)! Drum habe ich mich schweren Herzens für das viel günstigere Zweitprodukt von O.C.K entschieden - und: Glück gehabt! 

    Die Hose besteht aus 65 % Polyester und 35 % Baumwolle - beides so eng gewebt das sie ebenfalls "moskitostichsicher" ist (kann ja nicht schaden bei den berüchtigten Sauerland-Stechfliegen und Eifel-Wespen). Das anthrazid-farbene Material ist beim Kauf gewachst, was es nahezu regenfest macht. Ein komplettes Glass Wasser perlte einfach vom Oberschenkel ab - Jeäh! Die Wachschicht hat allerdings auch den Nachteil, kein Wasser rauszulassen - für die Sierra Nevada im Sommer, habe ich die Hose daher vorher in der Waschmaschine "entwachst". Für Touren in feuchterem Klima kann man das Material aber problemlos wieder nachwachsen. Die Nähte liegen doppelt und machen das gute Stück wirklich unkaputtbar

    Quasi wasserdicht!
    Gleich zwei Zipper pro Bein machen aus einer Hose drei - die Reißverschlüsse sind dabei gut versteckt und stören beim Laufen nicht (bei anderen Modellen stößt einem ständig der Reißverschluss nervig gegen das Knie - also aufpassen!). Eine Zipp-Stufe hätte es zwar auch getan, aber was man hat... Am Fußende ergänzen außerdem noch zwei längsverlaufende Zipper die Hose - dadurch kann man die Hosenbeine auch mit angezogenen Wanderschuhen abtrennen.

    Mit insgesamt sechs Taschen habe ich mehr als genug und bin rundum zufrieden mit der O.C.K. Trekking Hose!