Mittwoch, 14. Dezember 2011

Equipment-Tests - Globetrotter Filiale Köln


Der Outdoor-Konsumtempel
Testbericht der neuen Globetrotter-Filiale Köln
 von Heiko L.  
(wir bitten die unzurreichende Fotoqualität zu entschuldigen - Handyfotos!)

Es wurde auch langsam Zeit! Schon seit Monaten redeten wir davon einmal die sagenumwogene Globetrotter-Filiale in Köln zu besuchen. Die Filiale wurde im Internet und in den Katalogen stilvoll mit GPS-Koordinaten (N 50°56' 16,2", O 6°56' 52,3") umworben. 


Samstag morgen ergab sich nun mit Aliz & Seb die spontane Idee gleich nach dem Dienst per PKW nach Köln ins Outdoor-Paradis aufzubrechen! 
Dem großstadterfahrenen Leser mag nun allein schon der naiv gewählte Zeitpunkt ernste Sorgenfalten bereiten. Und wohlwahr: Die Autofahrt auf der A1 am Samstag Vormittag ergab sich den auch als Katastrophe. Wir schlichen an allein zwei Unfällen mit Totalschaden vorbei und mussten einen weiteren Stau umfahren - wirklich erstaunlich wie viele Menschen es zur Globetrotter-Filiale zieht!
All diese konsumgeleiteten Horden sammelten sich nun auf der Rheinbrücke in Köln- lt. GPS gerade einmal 1,2 km aber gnadenlose 28 Minuten von unserem Ziel entfernt. Wäre man doch nur mit der Bahn ... . Nun gut, nach einer geschlagenen halben Stunde schafften wir auch die letzten Meter bis zum von Globetrotter empfohlenen Parkhaus "Wolfsstraße". Das Parkhaus was gerappelt voll, mit 1,20 €/ Stunde aber noch vergleichsweise günstig (das Sparkassen-Parkhaus direkt daneben kostet 2 €/Stunde - also nicht verwechseln!). Konnte die Filiale diese Strapazen wieder aufwiegen? 
Die Ankündigungen mit 7000 qm auf drei Etagen + Keller und jede Menge Test-Möglichkeiten klagen ja durchaus verlockend...

Die Globetrotterianer hatten nicht übertrieben: Direkt nach durchschreiten des Einganges haute die Filiale auch uns verwöhnte, konsumorientierte Outdoorer durchaus um. Vier ringförmige Etagen waren um einen großräumigen Innenschacht angeordnet. Das Dach bildete eine Glaskuppel mit "künstlichem Blätterdach". Unten befand sich ein Wassersportbecken, auf dem einige Garbner-Kajaks zum ausprobieren bereit lagen. Nach einem Kaffee im angeschlossenen Restaurant erkundeten wir den Laden von unten nach oben: Die Wassersportabteilung im Untergeschoss bietet etwa 20 aufgebaute Falt-/Gummiboote zum ausprobieren und zusätzlich einiges an weiterer Wassersportausrüstung. Weiterhin befindet sich hier der Tauchshop (Equipment-Tests sollen auch im Wassersportbecken möglich sein) sowie die wirklich große Schlafsackabteilung und die Zeltstadt. 


Einzig diese Zeltstadt hätte etwas größer ausfallen können. Zwar sind wirklich Unmengen an Zelten vorrätig - aufgebaut sind jedoch nur ca. 10 Modelle. Bei dem restlichen Gigantismus hätten wir uns da mehr erhofft.

An der beeindruckenden Schuhwand entlang gelangt man nun in die erste und zweite Etage: Kleidung von jeder erdenklichen Marke und Globetrotter-typisch sympathischer Weise auch von günstigen Eigenmarken! Hier muss man sich allerdings anfangs etwas zurecht finden, da sich Globetrotter für ein Shop-in-Shop-System entschieden hat. Wenn man weiß was will ist das durchaus nicht schlecht. 
Ich war jedoch auf der Suche nach einer Softshell-Jacke und dabei völlig markenungebunden. Daher musste ich zum Vergleich der verschiedenen Modelle ganz schön durch die Etagen von Shop zu Shop wandern um die verschiedenen Modelle mit einander zu vergleichen. Nicht, dass mich das sooo gestört hätte - bin ja trotzdem fündig geworden ;) . 
Den Ausgleich boten hier jedoch die Testmöglichkeiten der Jacken. Als erstes zog es uns in die geräumige Kältekammer: Unter - 16 °C konnte man hier die Kleidung am "eigenen Leib" testen. Eine eingebaute Wärmebildkamera zeigte Wärmelücken an, während man stilvoll auf Eisblöcken oder Bärenfellen der Kälte trotzt. Ebenfalls vorhanden: Eine Regenkammer in der man seine Regenkleidung in den Stufen "Regen" & "Sturm" testen konnte... . 

Bei dem am Samstag-mittag zugegeben gehörigen Besucheransturm hätten wir in den Shops einige Berater mehr erwartet. Gleich zwei Jackenmodelle waren in kleinen (Virág-)Größen ausverkauft und leider auch nicht mehr im Lager vorrätig - die Wartezeit für eine Beratung lag bei etwa neun Minuten. Trotzdem blieben die Mitarbeiter freundlich und boten eine Nachbestellung an.

Über den Glasaufzug ging es dann nach ganz oben. Hier trennte sich der reine Konsument vom Wanderer. Neben uns beschwerte sich doch wirklich jemand über die wenigen Aufzüge - Treppensteigen könne doch wohl keiner von ihm erwarten - ein echter Hardcore-Wanderer! 
Direkt unter dem Dach lud uns als erstes eine riesige Outdoor-Buch und Karten-Abteilung zum schmökern ein. Sortiert nach Ländern fanden wir hier wirklich fast alles rund um Trekking-Dasein. Über die Kocherabteilung ging es weiter zu den Rucksäcken und Messern. 
Hier zeigte sich das hochmotivierte Personal um einiges entspannter. Eine ausführliche, professionelle Kocherberatung von gleich zwei Verkäufern erhielt ich nach unter zwei Minuten. In einer gläsernen Anlage in Nähe der Rucksäcke konnte man Ameisen beim Hügelbau zuschauen - passend zum Thema "Schleppen".

Für Kletterinteressierte lag im Obergeschoss nun auch noch die passende Ausrüstung bereit. Der Clou dabei: Man konnte Karabiner, Seile und Schuhe gleich im angeschlossenen gläsernen Klettertunnel ausprobieren! 
An der Kasse waren die Wartezeiten trotz wie gesagt maximalem Besucherandrang extrem kurz und die Kassiere locker aber flott. Mit einem Lächeln und dem Kommentar, dass man ja einer der wenigen Geschäfte in Köln sei, in dem Männer eindeutig länger verweilen würden als Frauen wurde uns zum Abschied noch ein neuer Katalog in die Hand gedrückt.
Einige hundert Euro ärmer aber trotz allem glücklich verließen wir die große Konsum-Spielwiese. Das auf der Internetseite angekündigte Quallenaquarium ist uns irgendwie durchgegangen - da müssen wir wohl nochmals vorbei schauen...

Unser Fazit: Nächstes mal vielleicht besser mit der Bahn und wenn möglich wochentags kommen. Wenn man dann genügend Zeit, Muße (und das nötige Kleingeld ) mitbringt, ist der "Olivandenhof" in Köln aber in jedem Fall ein tolles Erlebnis und in jedem Fall einen Besuch wert!

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