Montag, 12. Dezember 2011

3. BlutblaseTour - Sierra Nevada GR 7


Blick von der Alhambra (s.u.)

Der GR 7 war eines der großen Blutblasen-Abenteuer. Virág, Kai, Björn und Heiko wollten sich nach einem anstrengen Sommer 2005 mit einem "besonderen" Urlaub belohnen. Unser Ziel: Den GR7 / E4 in Spanien erwandern. D.h. mit Zelt, Kocher und Rucksack die südliche Sierra Nevada - das höchste Bergmassiv Spaniens bezwingen!


Die südliche Gegend dieses fantastischen Naturschutzgebietes nennt sich "Alpujarra" und ist berühmt für ihre kleinen geweißten Dörfchen im arabischen Stil, leckerer Wurst und schönen Landschaften. Die nördliche Region der Sierra Nevada mausert sich mehr und mehr zum Skiparadies - also eher nichts für den nach Ruhe und Einsamkeit heischenden Outdoorer.
Infos vor der Tour zu bekommen war nicht so einfach. Wilde Internetrecherche brachte bisher nicht wirklich viel, wenn man dem Spanischen nicht mächtig ist - mit diesem Bericht hiermit ändern wir das! Per Amazon haben wir in freudiger Erwartung das OUTDOOR Handbuch "Sierra Nevada" (Conrad Stein Verlag) bestellt. Obwohl es in der Auflage von 2000 vorliegt, sind die Infos des Buches leider völlig überaltert (teilweise über acht Jahre!) - vom GR7 steht leider auch nur wenig drin. Das Buch richtet sich mehr an Leute, die ohne Wanderweg und ohne Zivilisation die Hardcore-Tour quer über den Berg wagen wollen. Immerhin: Die Busfahrpläne stimmten noch!

Die Alhambra


Für weitere Touri-Bücher schaut einfach mal in der Buchhandlung Eures Vertrauens vorbei - Suchwort: Alpujarra und Andalusien. Eine Landkarte haben wir uns vorher online und leider recht teuer bestellt - jetzt würde man mit einer GPS-Karte sicher besser aussteigen! Im Endeffekt gab es zwar vor Ort (z.B: in Lanjarón) bessere und detailgetreuere Karten - aber irgendwie mussten wir uns ja ein Bild von der Region machen.
Unsere Tour in Kürze: Nach unserem Flug nach Malaga nahmen wir den Bus nach Granada (dauerte mit Zwischenstops etwa vier Stunden). Direkt neben dem Busbahnhof in Granada gibt es einen TOP-Campingplatz (mit Kieselboden, also dicke Heringe mitnehmen!). Nach der ersten Zeltnacht auf spanischen Boden haben wir uns einen Tag Granada gegönnt. Die Stadt liegt direkt am Fuße der Sierra Nevada auf 670 m Höhe. Von der berühmten Festung Alhambra aus konnten wir die Berge schon sehen! Sehr zu empfehlen war auch ein Bummel samt Bierstop durch das Arabische Viertel!
Nach einer weiteren Nacht brachte uns dann am nächsten Morgen der Bus (von dem Busterminal gleich nebenan) Richtung Sierra Nevada nach Lanjarón.
In Lanjarón

Lanjarón ist mit 4500 Einwohnern eine richtige Metropole in der Alpujarra. Der gut sortierte Tourinfo-Landen versorgt Euch mit allem nötigen an Karten und Infobüchern. Die arabische Burg der Ortes wurde 1500 von der ganzen Stadt gegen Ferdinand V. verteidigt, der dann letzen Endes die Burg samt Besatzung sprengte. Nach diesem tragischen Ende bietet die Ruine immerhin noch einen tollen Aussichtspunkt für Euch.
Der Startpunkt des GR 7


Der Start des GR7 liegt etwas außerhalb der Stadt versteckt hinter einer Biegung auf der linken Seite - einfach dem Straßenverlauf folgen.
Der erste Wandertag führte dann sehr schön bis Canar, einem kleinen verschlafenen Örtchen mit 250 Einwohnern Nach einem kleinem spanischen Langenscheid-Smalltalk bot man uns eine Übernachtung in einer örtlichen Privatferienwohnung an. Das Örtchen ist wirklich genau so wie man es sich vorstellt - klein, weiß und einfach schön und wir kochten uns in eigener Küche eine deftige Mahlzeit - abgerundet mit einem Bierchen in der Dorfschenke.
Kai in den Bergen

Am nächsten Tag ging es weiter über Soportujar (gekühltes Wasser aus Trinkbrunnen!) bis nach Pampaneira (1058 m). Leider zog sich Virág kurz vor dem Ort einen Bänderriss zu, durch den wir zwei Tage in Pampaneira strandete. Das krönende Ende der ersten Etappe bildeten unsere selbst entworfenen Pampaneiras- dank der einheimischen Eier blieben wir einen weiteren Tag in der Pension des Örtchens. In Kleingruppen erkundeten wir in dieser Zeit immerhin sämtliche Berge und Dörfchen der Umgebung. Tatkräftige Unterstützung erhielten wir von den total freundlichen Mitarbeitern des Pampaneira-Infolädchens (hier gab es übrigens auch die ersten Schraubgaskartuschen in Spanien zu kaufen - sonst nur Stechkartuschen; also Obacht bei der Kocherwahl!).

Als der Fuß immer weiter anschwoll, fuhren Virág und ich (Heiko) zum Auskurieren in den Parque Natural Cabo de Gata an die Küste (traumhaft zum Abhängen!).
Die lang ersehnte Wegmarkierung...

Björn und Kai jedoch bekämpften ihre Mägen und zogen in gewohnter Blutblasen-Manier weiter! Nach einem harten Anstieg von 1058 auf 1300 m quasi gerade hoch, zogen sie weiter bis zum Campingplatz nach Pitres.

Über Pórtugos und Busquístar schafften sie in den nächsten Tagen die gesamte Strecke bis nach Trevélez unserem ürsprünglich geplanten Ziel. Der Ort auf 1475 m ist das höchstgelegen Örtchen Spaniens und berühmt für seinen luftgetrockneten Schinken (sehr lecker!). Der Campingplatz diente als Basiscamp um die gigantischen Berge der Umgebung zu erklimmen!
Glücklich, zufrieden aber ganz schön geschafft trafen wir uns schlussendlich - dank netter Einladung (nochmals: VIELEN DANK!) - für unsere letzten Urlaubstage wieder alle zusammen mit noch acht weiteren Blutblasen in Almunécar. Mit leckrem Essen und Oktopusjagd erholten wir uns von den Strapazen und genossen einen gelungenen Abschluss unserer Tour.

Unser Ziel - die Küste bei Almunécar






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